Ich bitte die inzwischen ja gar nicht mehr so wenigen Leser/innen dieses Blogs um Entschuldigung, dass ich mich gleich noch einmal zum Thema äussere.

Es ist nur noch unterirdisch.

Nehmen Sie bitte diesen FAZ-Bericht. Selbst die 4 Edelhessen (edit: 3 von ihnen, Dagmar Metzgers Stellungnahme fehlt noch) räumen inzwischen ein, dass selbstverständlich kein Druck ausgeübt worden ist, sondern es sich wohl im wesentlichen um Scherze beim Mittagessen handelte. Mit anderen Worten: Es existiert überhaupt kein Skandal. Aber schon wird, wie immer, wenn man mobbt, das Gerücht als Tatsache gehandelt. Schon untertitelt die FAZ ein Ypsilanti/Schäfer-Gümbel-Foto mit den Worten:

In Erklärungsnot: Ypsilanti und Schäfer-Gümbel
und zwar in eben jenem Text, der den Blödsinn widerlegt. (Andrea Ypsilanti ist ja bekanntlich eine Lügnerin von Berufs wegen, aber wenn auch die edle Frau Tesch und die vermutlich noch edlere Frau Everts zusamt dem ehrenwerten Rittersmann Walter bezeugen, dass an den Vorwürfen nichts dran ist, sollte selbst eine konservative Tageszeitung die Tatsachen zur Kenntnis nehmen!) Genau so mobbt man. Denn der Mobber muss überhaupt nichts beweisen (kann er ja auch gar nicht!), er muss nur den Ball im Spiel halten.

Noch absurder - ich habe mir lange überlegt, ob ich mich dazu überhaupt äussern will - sind die Andeutungen und Ausstreuungen, rund um die Wahl Ypsilantis zur Spitzenkandidatur im Dezember 2006 - also vor 2 Jahren - sei es zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Man muss schon vollgepumpt mit Ressentiments sein, um es für möglich zu halten, dass eine solche Wahlfälschung 2 Jahre lang unterm Paletot bleibt...

Welch ein Teufel reitet solche Journalisten eigentlich? Ich habe die Hoffnung - nicht den Glauben, ich bin nicht naiv, aber die Hoffnung -, dass sie es jetzt überzogen haben könnten, im erprobten Glauben darauf, jeder dürfe Ypsilanti mal bashen, dass das Publikum so langsam aufwacht.

Fragwürdige Kandidatenwahlen und Migliederbefragungen gibt es in der SPD übrigens tatsächlich. Allerdings nicht in Hessen, sondern in Hamburg. Und zwar mehrfach, und mehrfach auf sehr dubiose Art und Weise. Hier übrigens mal ein ganz interessantes Petersen-Interview von 2006.